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Keilriemen (193 Produkte umfassen 9441 Artikel)


Bei einem Keilriemenantrieb wird Leistung zwischen zwei parallelen Wellen übertragen, an denen Keilriemenscheiben befestigt sind, die wiederum über Keilriemen miteinander verbunden sind. Die in einem Keilriemen eingearbeiteten Zugstränge sind ein Faktor, der die Riemenfestigkeit bestimmt. Das Fertigungsmaterial hängt vom Typ des Keilriemens ab. Die meisten Riemen bestehen aus Polychloropren (PCP) oder Polyurethan (PU), die Zugstränge zumeist aus Polyester (PES) und in einem Fall aus Aramid. Aramid hat nämlich eine außerordentlich geringe Dehnung, sodass eine äußerst hohe Leistungsübertragung möglich ist.


Ein Keilriemen muss übrigens nicht in jedem Fall der Leistungsübertragung dienen, sondern kann auch zum Transport von Produkten eingesetzt werden. Ein solcher Riementyp besteht in den meisten Fällen aus PU und ist in der Produktgruppe „Schweißbare Riemen“ zu finden.


Keilriemen gibt es in zahlreichen Ausführungen und Maßen. Die bekanntesten sind der ummantelte Keilriemen und der verzahnte Schmalkeilriemen, auch als flankenoffener, formgezahnter Keilriemen bekannt. Diese Riemen sind mit folgenden Profilen erhältlich: Z, A, B, C und D, SPZ, SPA, SPB und SPC sowie XPZ, XPA, XPB und XPC. Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer Ausführungen wie Polyflex-Riemen (mit einem Flankenwinkel von 60°), Micro-V-Keilrippenriemen, Gliederkeilriemen und Multi-Speed-Variatorriemen. Die meisten Keilriemen sind zudem in der sogenannten Kraftbandausführung erhältlich, auch Powerband genannt.


Mehrere Faktoren entscheiden, welcher Keilriementyp für einen bestimmten Antrieb am besten geeignet ist, zum Beispiel die Anwendung (was muss angetrieben werden?), die zu übertragende Leistung, die gewünschte Drehzahl (Beschleunigung oder Verzögerung), der Mittenabstand (HOH) der Scheiben sowie etwaige Stoßbelastungen. Wichtig zu wissen ist auch, welche Umgebungsbedingungen vorliegen und ob der verfügbare Raum eingeschränkt ist (welchen Durchmesser und welche Breite dürfen die Scheiben maximal haben?).


Bei einem Keilriemenantrieb kann es zu einem gewissen Ausmaß an Schlupf kommen, aber das muss nicht unbedingt ein Problem darstellen. Bisweilen ist dies aus Sicherheitsgründen sogar erwünscht. Falls jeglicher Schlupf verhindert werden muss, stehen beispielsweise Zahnriemen- oder Kettenantriebe zur Auswahl.


Die korrekte Vorspannung eines Keilriemens ist sehr wichtig, damit der Antrieb optimal funktioniert. Diese Spannung lässt sich mit einem Vorspannungsprüfer wie etwa dem Sonic Tension Meter messen. Dieser ermittelt anhand der Schallwellen, die der Riemen überträgt, dessen Vibrationsfrequenz und rechnet diese in einen Spannungswert um. Neben der korrekten Spannung ist auch die passende Ausrichtung der Scheiben von Bedeutung: Diese lässt sich mithilfe eines lasergestützten Ausrichtungssystems erzielen. Ein Keilriemen muss zwar prinzipiell nach einer bestimmten (Ein-)Laufzeit nachgespannt werden, aber es gibt auch komplett wartungsfreie Keilriemen wie den Quad-Power® 4. Nach Einstellung der anfänglichen Vorspannung ist bei diesem Keilriemen keine spätere Nachspannung mehr nötig.


Gängige Normen für Keilriemenantriebe sind u. a.: DIN2211, DIN2217, DIN7867, ISO4183, ISO5290 und ISO9981. Schließlich spielt es eine Rolle, ob Keilriemen gemäß ISO1813 (ATEX-Umgebungen) statisch leitfähig sein müssen.